Im Finance-Bereich ist es wie überall in der Wirtschaft: Firmen stellen am liebsten Studenten mit viel Erfahrung ein. Sobald das erste Praktikum oder die erste Werkstudentenstelle hinter einem liegt öffnen sich gleich viele neue Türen und man qualifiziert sich für „Höheres“. Alles kein Problem – aber wie soll man ein Praktikum ergattern, das Erfahrung voraussetzt, wenn man nun Mal noch keine Erfahrung hat? Wir zeigen euch einige Wege, wie ihr euren ersten passenden Praktikumsplatz erhaltet.

Vitamin B – Oder: Kontakte helfen

Die Tatsache, dass ein beträchtlicher Teil der Jobs in Deutschland über Kontakte vergeben wird ist zwar weder fair noch förderlich für die Wirtschaft – aber leider (zunächst) nicht zu ändern. Gerade für eine erste Anstellung, sei es als Praktikant oder Werkstudent, können Kontakte einem gut weiterhelfen. Wer aus der Familie oder dem Freundeskreis kennt jemanden, der in einem größeren Unternehmen (und am besten noch in einem relevanten Bereich) arbeitet? Das erste Praktikum muss nicht bei Goldman, BCG oder Porsche sein. Was zählt ist Erfahrungen zu sammeln und Anknüpfungsstellen für weitere Stationen zu schaffen.

KPMG, PWC, EY & Co. Lassen grüßen 

Um in die Investmentbanking-Richtung zu gehen eignen sich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften als gutes Sprungbrett. Hier werden viele Praktikanten und Werkstudenten in verschiedensten Bereichen gesucht – und auch niedrigere Semester mit wenig (oder keiner) Erfahrung haben bei ansprechenden Leistungen im Studium gute Chancen. Abgesehen davon, dass man hier wichtiges „Handwerkszeug“ erlernt, eröffnen sich auch im Universum der Wirtschaftsprüfungsfirmen viele Möglichkeiten und interessante Tätigkeiten.

Wir haben die Karriereseiten von einer Hand voll Beratungen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufgelistet:

Möglichkeiten der Universität nutzen

Nicht nur ihr sucht nach einem Praktikumsplatz – die Unternehmen suchen auch euch. Deswegen betreiben Firmen häufig aktiv Hochschulmarketing und halten Kontakt mit Professoren und Uni-Personal. Das bedeutet: Besucht Events (wie etwa Uni-Jobmessen oder unternehmensspezifische Veranstaltungen), sprecht dort mit den Unternehmen, lasst euch Kontakte vermitteln oder nehmt den Kontakt mit Professoren aus eurem Interessengebiet auf. Wer zunächst bei einem Startup anfangen möchte kann Messen aus dem Bereich besuchen und dort mit Unternehmen sprechen, wie etwa den Start Summit in St. Gallen oder dem Q-Summit aus Mannheim.

Kleinere Unternehmen ansprechen

Wenn alle vorherigen Möglichkeiten nichts gebracht haben sollte man etwas weitere Kreise ziehen und kleinere Unternehmen aus der Umgebung ansprechen. Sei es der Maschinenbauer, die mittelständische Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder die 5-Mann-Strategieberatung: Egal wo ihr studiert – in eurer Umgebung wird es etliche kleinere Unternehmen geben. Schaut euch Listen Unternehmen eurer Region an, durchforstet Google Maps, achtet auf die Namensschilder der Geschäftsgebäude.

Der heilige Gral namens Ausdauer

Welchen Weg ihr auch wählt: Es gehört stets eine gute Portion Hartnäckigkeit dazu. Bewerbt euch auf viele Stellen und bleibt am Ball. Selbst wenn ihr eigentlich perfekt für eine Stelle geeignet wärt – es kann immer etwas dazwischen kommen. Lasst euch von Absagen nicht ermutigen und macht einfach weiter. Der Wiwiguru wünscht euch viel Erfolg!

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Bildquelle: David Alcatraz 


Ambitionierte Studenten zieht es seit jeher in die Investment-Szene. Im Investment Banking und Private Equity lassen sich als Praktikant Erfahrungen sammeln, die wertvoller sind, als einige Jahre Berufserfahrung in einem weniger dynamischen Umfeld. Die Mitarbeit bei einer großen Bank oder einem international aufgestellten PE-Fonds ist aufgrund der Größe der Firmen leider nicht selten durch eintönige Aufgaben geprägt. Um aktiv bei großen Deals eingebunden zu werden, bietet sich daher die Arbeit bei einer M&A-Boutique an. Kleinere, partnergeführte Beratungen sind jedoch relativ unbekannt oder bieten keine Praktika an. Wir haben drei absolute Highlights aufgespürt und stellen euch die jeweiligen Unternehmen kurz vor.

Consus Partner
Frankfurt am Main

Die unabhängige, inhabergeführte Beratung Consus Partner ist in sämtlichen Belangen im Bereich Mergers & Acquisitions, Corporate Finance sowie Finanzierungsberatung tätig und zeichnet sich durch ein sehr hochkarätiges Partnerteam aus. Zuletzt konnte Consus Partner die ISS-Gruppe bei der Übernahme der Evantec GmbH genauso beraten, wie die Triumph-Gruppe bei dem Verkauf der Marke Dorina an die Hop Lun-Gruppe aus Hong Kong. Diese Transaktionen deuten schon auf das breite Spektrum sowie die internationale Ausrichtung von Consus Partner hin. Aufgrund der überschaubaren Größe der Beratungsboutique werden Praktikanten bei M&A- und Finanzierungsprojekten stark eingebunden. Anders als bei den ganz großen Häusern, wird so echte Dealerfahrung ermöglicht, die auf dem Arbeitsmarkt einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Derzeit ist bei Consus Partner eine Praktikumsstelle für einen Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten ausgeschrieben.

Centum Capital
Hamburg

Spezialisiert sind die Hamburger Berater auf den deutschen Mittelstand, wobei bereits mehr als 50 Transaktionen begleitet wurden. Da der Mittelstand in Deutschland durch Familienunternehmen geprägt ist, arbeitet Centum Capital häufig mit Family Offices und großen Holdings zusammen. Zu den Referenzen gehören u.a. die Unterstützung der Übernahme des Bohrerherstellers KEIL durch die Serafin Unternehmensgruppe und die Begleitung des Verkaufes des Fenster- und Türenherstellers KEBOTHERM an die Familienholding Argos. Bei Centum Capital besteht die Möglichkeit, als Praktikant direkt mit den Partner zusammenzuarbeiten und Einblicke in die echte Dealwelt zu erhalten. Als Mitarbeiter auf Zeit lassen sich aufgrund der Fokussierung auf den erfolgreichen Mittelstand einmalige Branchenerfahrungen sammeln.

Quarton International
München/Leipzig/Zürich

Auch Quarton International legt den Fokus auf die Begleitung von Transaktionen mittelständischer Unternehmen. Verkäufe, Finanzierungen sowie Übernahmen werden von erfahrenen Investment Managern begleitet, die zum Großteil unternehmerische Erfahrung mitbringen. Zuletzt konnte Körber bei dem Erwerb von BigRep genauso beraten werden wie Waterland bei der Veräußerung von Ranger an Ströer. Praktikanten können schwerpunktmäßig entweder im Bereich „Strategic Consulting“ oder „Financial Consulting“ eingesetzt werden. Das vielfältige Arbeitsspektrum reicht von der Erstellung von Pitches über Marktanalysen bis hin zu Unternehmensbewertungen.  An dieser Stelle noch ein Hinweis von uns: Auf der Karriereseite von Quarton International finden sich Erfahrungsberichte ehemaliger Praktikanten, die einen guten ersten Eindruck ermöglichen. Standorte gibt es in München, Leipzig und Zürich.


Ein Praktikum bei einem Private Equity Unternehmen ist das ideale Karriere-Sprungbrett, wenn ihr an einem Finance-Job interessiert seid. Viele PEs sind extrem mächtig und verwalten nicht selten ein Vermögen, das größer ist als der Börsenwert einiger DAX-Unternehmen. Teil einer solchen Beteiligungsgesellschaft zu sein öffnet viele Türen und vermittelt wertvolle Know-How. Doch wie kommt man an einen der begehrten Praktikumsplätze? Wir stellen euch das Profil vor, nach dem einflussreiche Private Equity Firmen suchen.

Finance-Erfahrung ein absolutes Muss

Während eines Private Equity Praktikums arbeitet ihr mit den Investmentmanagern zusammen und unterstützt das Team bei der Analyse potenzieller Targets. Daher sind solide Finance-Kenntnisse eine Voraussetzung für ein solches Praktikum. Das gilt insbesondere für eure praktischen Erfahrungen, denn ein Praktikum bei einer Investment Bank oder einer Strategie- bzw. Transaktionsberatung gehören definitiv zu den Profilanforderungen. Ihr solltet versiert in der Erstellung von Financial Models sein und euch bestens mit Excel auskennen, damit ihr das Investmentteam gewinnbringend unterstützten könnt. Vergesst nicht, dass ein Großteil der Investment Professionals der PEs eine Vergangenheit im Investmentbanking haben.

Mit technischem Know-How aus der Masse herausstechen

In Deutschland konzentrieren sich die meisten Private Equity Fonds auf den deutschen Mittelstand. Hier lassen sich profitable Unternehmen mit einer starken Marktpositionierung finden, die erhebliches Entwicklungspotenzial aufweisen. Häufig handelt es sich dabei um technische Firmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Chemie, Pharma etc. An dieser Stelle könnt ihr besonders punkten, wenn ihr technisches oder naturwissenschaftliches Wissen mitbringt, denn die Umstrukturierung eines großen Mittelständlers erfordert nicht nur finanzielle, sondern auch fachliche Kenntnisse. Ein PE-Praktikum kann deshalb sehr attraktiv sein, wenn ihr einen Abschluss in Wirtschaftsingenieurswesen habt und ein solides technisches Wissen mitbringt. Zudem werden die analytischen Fähigkeiten von Mathematikern, Physikern und Co. zunehmend geschätzt, sodass ihr auch mit einem solchen Background Vorteile habt. Schaut bei Suche nach einem passenden PE auf den Fokus der jeweiligen Gesellschaft und macht dem Recruiter klar, weshalb ihr mit eurem spezifischen fachlichen Wissen der ideale Kandidat seid.

Unternehmerisches Denken und Spaß an der Analyse von Geschäftsmodellen

Markt- und Unternehmensanalysen werden ein fester Teil eures Private Equity-Praktikums sein. Dabei könnt ihr eure Vorgesetzten besonders überzeugen, wenn ihr wirkliches Intersse zeigt und tief in die Materie einsteigt. Zeigt dem Recruiter des PEs eurer Wahl von Anfang an, dass ihr unternehmerisch denkt und diese Denkweise in Analysen einfließen lasst. Ein Praktikant, der über den Tellerrand schauen kann, ist in der Lage einen echten Mehrwert zu bieten und das Investmentteam tatsächlich zu bereichern. Macht deutlich, dass ihr nicht nur Zahlen analysieren könnt, sondern auch hinter die Fassade schaut.

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Kaum eine Investment-Bank ist berühmt-berüchtigter als Goldman Sachs. Horrende Einstiegsgehälter, Mitarbeit an den größten Transaktionen, Deals und Handelsplätzen und hervorragende Exit-Positionen locken Absolventen zu der 1869 in New York gegründeten Bank. CEO Lloyd Blankfein hat während seiner Zeit bei Goldman bereits ein Vermögen von über einer Milliarde Dollar angehäuft. Wir zeigen euch, welche Fragen einen bei einem Vorstellungsgespräch erwarten. Seid ihr Goldman gewachsen?

Allgemeine Fragen

Man sollte sich zunächst auf eine Reihe üblicher Fragen einstellen:

  • Wieso Goldman Sachs?
  • Wieso Goldman Sachs – machen wir nicht alle genau das Gleiche?
  • Beschreiben Sie eine schwierige Situation in ihrem Leben und wie Sie diese gemeistert haben.
  • Warum wären Sie ein guter Kandidat für diese Position?
  • Erzählen Sie über ein Projekt an dem Sie vor kurzem gearbeitet haben.
  • Führen Sie uns durch Ihren Lebenslauf und erläutern Sie wieso Sie sich für diesen Bachelor / Master entschieden haben.
  • Erzählen Sie von einem Moment, in dem Sie versagt haben.

Ethik und Soziale Fragen

In Zeiten von hohen Strafzahlungen für Banken aufgrund verbotener Absprachen und Fehlverhalten spielt wohl auch der ethische Aspekt eine immer größere Rolle bei Bewerbungsgesprächen. Auch sozial sollten Kandidaten in das Profil passen:

  • Sie entdecken, dass ein Mitschüler Lösungen zu Klassenarbeiten verbreitet. Wie reagieren Sie?
  • Eine Kollegin kommt zu Ihnen und bittet Sie um Ihre Hilfe, da Sie nicht mit der Arbeitsweise einer anderen Kollegin klarkommt. Wie reagieren Sie?
  • Wie reagieren Sie auf Situationen im Arbeitsumfeld, die Ihnen ethisch inkorrekt vorkommen?

Fragen zu der aktuellen Finanzmarktsituation

Auf jeden Fall sollte man auch auf dem neuesten Stand zu den Finanzmärkten sein:

  • Wie steht der EUR/USD Wechselkurs zur Zeit und wie entwickelt sich dieser?
  • Wie steht der Ölpreis?
  • Welche Zinspolitik verfolgt zur Zeit die FED?
  • Was passiert in den Märkten gerade?
  • Was für einen Einfluss hat das Quantitative Easing auf Europa Ihrer Meinung nach?

Positionsspezifische Fragen

Je nach Position unterscheiden sich die positionsspezifischen Fragen. Generell sollte man sich über die genaue Position und damit einhergehende Aufgaben und Verantwortungen vertraut machen:

  • Was macht ein Investment Management Analyst und wieso glauben Sie, dass Sie in dieser Position erfolgreich wären?
  • Wie würden Sie in einem Investment Banking Deal unterstützen?
  • Wie schützt das Finance-Team das Vermögen des Unternehmens?
  • Welche Bewertungsmethoden gibt es? Führen Sie uns durch eine Discounted Cashflow Valuation.
  • Was sind Optionen?
  • Was für Derivate gibt es?
  • Wie würden Sie 1000 Dollar investieren?
  • Wenn Sie Geldgeber für einen 500 Millionen Dollar Deal sind und das Unternehmen nach 5 Jahren für den gleichen Preis wieder verkauft wird – machen Sie einen Gewinn?
  • Was macht eine Investment Bank?

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Investment Banking Praktika in unserer Wiwi-Stellenbörse


Die deutsche Venture Capital-Branche wurde in den letzten Jahren für viele Studenten und Absolventen immer attraktiver. Viele Business School Studenten sehen VCs als interessante Alternative zu Investment Banking oder Consulting. Bei einflussreichen Risikobeteiligungsgesellschaften lassen sich Finance-Skills mit dem pulsierenden Startup-Ökosystem verbinden und VCs eignen sich perfekt zum Aufbau wertvoller Kontakte. Doch wie lässt sich eine der umkämpften Venture Capital Positionen ergattern? Prinzipiell achten VC-Recruiter auf ähnliche Charakteristika wie bei anderen Business- und Finance-Jobs. Die Anforderungen an die Mitarbeiter unterscheiden sich in einigen Aspekten jedoch im Vergleich zu Beratung, Banking & Co. Wir geben euch hilfreiche Tipps, mit denen ihr das nächste Bewerbungsgespräch meistert.

Innovation, Disruption, Skalierbarkeit & Co.

Venture Capital Firmen beschäftigen sich täglich mit Startups und neuen Geschäftsmodellen, wobei die meisten VCs einen Fokus auf digitale Firmen legen. Daher ist es extrem wichtig, dass ihr für Innovationen brennt und euch die Digitalisierung reizt. Euch sollten, ohne langes Überlegen, eine Reihe vielversprechender Unternehmen einfallen, die erfolgreich ganze Branchen auf den Kopf stellen und klassischen Unternehmen Kopfzerbrechen bereiten. Unser Tipp: Schaut euch das Portfolio des jeweiligen VCs genau an. Warum ist Startup X besonders disruptiv? Ist das Business Model von Unternehmen Y wirklich skalierbar? Welche Firmen würden in der Zukunft gut in das Portfolio passen? Zeigt eurem Gegenüber, dass ihr euch schnell und intensiv in Geschäftsmodelle hineindenken könnt und sofort seht, wo der Schuh drücken könnte. Mit einem eigenen kleinen Unternehmen und Kontakten in der Startup-Branche könnt ihr natürlich besonders punkten.

Die 3 wichtigsten Tools: Excel, Excel und Excel

In dieser Hinsicht ähnelt ein VC-Job dem Investment Banking oder Private Equity relativ stark. Es wird kaum einen Tag geben, an dem ihr Excel nicht benötigt. Ihr solltet also schon einmal mit Formeln gearbeitet haben und wissen, wie sich Finanzmodelle am besten aufbauen lassen. Ein Recruiter sollte direkt sehen, dass ihr in dieser Hinsicht kein Anfänger seid. Ein Finance-Praktikum ist in dieser Hinsicht sicherlich nicht hinderlich. Aber keine Angst: viele Kniffe lernt ihr im Laufe der Zeit, sodass ihr nicht von Anfang an große Excel-Profi sein müsst. Und wo wir schon einmal bei wichtigen Tools sind, sei auch auf PowerPoint hingewiesen. Seid euch von Anfang an darüber im Klaren, dass eure Ergebnisse auf schicken Slides präsentiert werden müssen und gebt euch entsprechend Mühe. Eure Rechnungen können noch so großartig sein, eine hässliche Folie kann die ganze Arbeit zunichte machen.

Aus der Masse herausstechen mit echtem Fachwissen

Viele VCs spezialisieren sich auf bestimmte Branchen. Unsere Empfehlung ist, dass ihr bei der Auswahl des passenden Venture Capital Fonds ganz genau auf die Spezialgebiete schaut, um den Arbeitgeber von euren Stärken zu überzeugen. Bist du Spezialist für B2B-Geschäftsmodelle? Dann bewirb dich bei entsprechenden Risikokapitalgebern und berichte ihnen von deinem speziellen Know-How. Du studierst einen technischen oder naturwissenschaftlichen Studiengang? Punkte mit deinem Fachwissen und achte auf VCs mit entsprechendem Fokus. Du hast bereits ein Praktikum bei einem Automobilhersteller gemacht? Vielleicht solltest du ein Auge auf VCs werfen, die sich mit Mobility-Startups befassen. Diese Liste ließe sich noch unendlich weiterführen, aber du verstehst sicherlich was wir meinen: punkte mit Skills, die über das Standard Finance-ABC hinausgehen. Die Zusammenarbeit mit Startups ist immer einfacher, wenn man einen echten Spezialisten an Board hat.

Um ein Praktikum im M&A-Bereich zu ergattern, muss man einige Voraussetzungen erfüllen. Die harten Auswahlprozesse der Banken werden jährlich von nur einem Bruchteil der Bewerber gemeistert. Wir sagen euch, worauf Banken schauen – und was ihr tun könnt wenn der ein oder andere Punkt nicht ganz passt.

Studium an einer Top-Universität

Investment-Banker suchen gerne ihre zukünftigen Kollegen unter „Gleichen“. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass vorwiegend Leute von den besten Wiwi-Unis genommen werden. In Deutschland sind das etwas Mannheim, Köln, München oder die WHU. Studenten der „Target-Unis“ sind zwar nicht pauschal besser als die anderer Unis – aber man geht aufgrund von härteren Aufnahmekriterien aus, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit fähige Leute einzustellen.

Top-Leistungen im Studium

Weiteres Kriterium für die Personalabteilungen der Investment-Banken sind hervorragende Leistungen im Studium. Die Arbeit im M&A erfordert sehr gute Leistungen bei hoher Belastung. Es gilt wie im ersten Punkt: Studenten mit sehr guten Noten traut man eher zu, diese auch im Job abzurufen. Gute Noten in relevanten Fächern (Finance, Controlling, etc.) bescheinigen zudem fachliche Kompetenz.

Relevante Arbeitserfahrung

Sobald man eine Stelle im M&A ergattert hat, verlassen sich die Teams darauf, dem jeweiligen Einsteiger nicht mehr von Grund auf einarbeiten zu müssen. So sollte ein Praktikant schon Erfahrung im Finance-Bereich haben. Gute Möglichkeiten, diese zu bekommen ist ein Praktikum bei einer der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (KPMG, PwC, etc.) oder einer kleineren Investment-Bank. Ein angehender Full-Time-Analyst sollte im besten Fall schon ein Praktikum im Investment-Banking vorzuweisen haben.

Was tun, wenn man nicht das optimale M&A-Profil besitzt?

Dem optimalen „M&A-Profil“ entspricht wohl kaum ein Student. „Makel“ gibt es immer, was allerdings nicht schlimm ist. Fehlende Voraussetzungen kann man durch Exzellenz in einigen Bereichen oder zusätzlichen Aktivitäten (z.B. Engagement in Uni-Vereinen) ausgleichen. Auch wer viele passende, hochwertige Praktika vorweisen kann hat gute Chancen – auch wenn die ersten beiden Punkte nicht ganz passen. Generell gilt: Einen Versuch ist es immer wert. Und wenn ihr von 10 Bewerbungen nur eine Zusage bekommt ist dies immernoch eine Zusage!

Wir wünschen euch viel Erfolg!

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Ein Praktikum im M&A-Bereich ist der erste Schritt in Richtung einer Karriere im Investment Banking. Aber was genau macht man als Summer Intern bei einer prestigeträchtigen Bank? Wir zeigen euch die Aufgaben, die einen während eines M&A-Praktikums erwarten.

Excel ist das Handwerkszeug des M&A-Praktikanten

Die M&A-Bereiche der Banken verdienen ihr Geld durch die Beratung von Unternehmen bei dem Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen. Dabei werden die Transaktionen genauestens durchgerechnet – selbstverständlich mithilfe von Excel. Dabei denken sich Praktikanten natürlich nicht selbst Modelle aus und analysieren Deal-Konstrukte, sondern machen grundlegende Arbeit. Dazu gehört das Aufstellen von Ratios (z.B. Unternehmenswert zu EBITDA). Für diese muss man Finanzberichte der Unternehmen auf vergleichbare Kennzahlen untersuchen und diese in Excel-Modelle einpflegen. Sobald man sich Vertrauen erarbeitet hat, darf man zum Teil auch an den echten Modellen mitarbeiten.

Research über Firmen und Märkte

Großer Aufgaben-Bestandteil eines jeden M&A-Praktikanten ist Research. Sei es über bestimmte Unternehmen, Produkte oder Märkte: Für jeden Deal sind ausführliche Nachforschungen zu verschiedensten Facetten essentiell. Da die VPs, Associates und Analysts mit anderen Aufgaben beschäftigt sind, ist die logische Konsequenz davon, dass diese Aufgabe zu den Summer Interns wandert. Research hört sich zwar nach einer eher uninteressanten Beschäftigung an – aber es bietet einem die Möglichkeit bei der Präsentation von hochwertigen Daten sich zu beweisen. Dazu kann man verschiedene Märkte und Unternehmen tiefgreifend kennenlernen.

Organisatorische Aufgaben

Als M&A-Praktikant muss man auch häufig Orga-Aufgaben Unternehmen: Mitschriften von Meetings anfertigen, Meetings organisieren, drucken, Dokumente erstellen und überprüfen. Auch das obligatorische Zusammenstellen von Powerpoint Präsentationen gehört zum Arbeitsalltag. Bei den Orga-Tasks gilt wieder: Wer sich hier beweist, dem werden auch höhere Aufgaben mit der Zeit anvertraut.

Arbeitszeiten bei einem M&A-Praktikum

Wer sich ins Investment-Banking wagt muss sich auf harte Arbeitszeiten einstellen. Deals werden in eher kleinen Teams angegangen, wodurch die Arbeitsbelastung pro Kopf immens ist. Wenn man als M&A-Praktikant zum Team gehören will, teilt man auch die Arbeitszeiten des Teams. Horror-Geschichten wie das Durcharbeiten von mehreren aufeinanderfolgenden Tagen sind zwar nicht üblich – allerdings genauso wenig wie Tage an denen man das Büro vor den späten Arbeitsstunden verlässt. In Hochzeiten können die Arbeitsstunden bis in die tiefe Nacht gehen. Dafür wird einem allerdings auch Abendessen und ein Taxi nach Hause gestellt.


Praktika im Private Equity Bereich sind heiß begehrt. Im Rahmen der Arbeit bei einem PE-Fonds erlernt man das Handwerkszeug großer Deals: Financial Modelling, Marktanalysen, Übernahme- und Verkaufsdeals. Dazu muss man stets ein Auge auf die Beteiligungen haben. Wir zeigen euch drei gute Anlaufstellen für Praktika im PE-Bereich:

1) Haniel – Private Equity Fonds mit dem Flair eines Familienunternehmens

Das einst aus Schiffsbau, Handel und Logistik entstandene Vermögen der Familie Haniel wird über den gleichnamigen Private Equity Fonds verwaltet. Die 200-Mitarbeiter starke Gruppe verwaltet Beteiligungen wie cws boco (Hygieneartikel) oder die Metro Gruppe (Handel). Der Gewinn im vergangenen Jahr, 2016, lag bei 230 Millionen Euro. Haniel sucht stets Praktikanten im Beteiligungscontrolling sowie für die Unternehmenentwicklung und M&A. Praktikanten helfen hierbei aktiv bei der Verwaltung der Investments und dem Finden von Investment-Targets mit. Nähere Infos gibt es auf der firmeneigenen Jobbörse.

2) Golding Capital Partners – PE, Private Debt und Infrastruktur

Von ihrem Sitz in München aus verwaltet Golding Capital Partners über 6 Milliarden Euro von 130 verschiedenen Investoren. 75 Mitarbeiter sind in den Bereichen Private Equity, Private Debt und Infrastruktur tätig. Das Geld seiner Anleger sammelt Golding in Beteiligungsprogrammen. Ein Ende 2016 auferlegter Fonds für Infrastruktur Projekte sammelte 435 Millionen Euro ein. Zu den Investoren von Golding gehört beispielsweise der Pensionsfonds des TÜV Süd. Zu den Aufgaben von Praktikanten zählt das Identifizieren von Investmentzielen, Due Dilligence und beim Monitoring von Beteiligungen.

3) Aurelius Invest – “Gutes Heim” für Mittelständler und Großkonzerne

Die 4,5 Milliarden Euro Kapital von Aurelius Invest sind in mehr als 20 Unternehmen investiert. Bisher übernahm Aurelius bereits 60 Unternehmen. Zum Portfolio gehören namhafte Unternehmen wie Office Depot (Bürobedarf), Scholl (Gesundheitsschuhe) und CalaChem (Chemie). Anfang 2017 wurde der Kompressorenhersteller SECOP für 185 Millionen Euro an die Nidec-Gruppe verkauft.  Für den Private-Equity Bereich werden Praktikanten gesucht: Diese helfen bei Recherche Arbeiten, Analysieren und Suchen potentielle Targets, unterstützen die Due Dilligence und kontrollieren Beteiligungen. Der deutsche Standort von Aurelius Invest befindet sich in München.